Welches Lacksystem passt zu welchem Projekt?
Wer zum ersten Mal lackiert, steht im Regal und sieht: 1K, 2K, Basislack, Decklack, Klarlack, Härter, Verdünnung. Wir übersetzen das für Dich.
1K- oder 2K-Lack?
1K-Lacke härten durch Lösemittelverdunstung. Sie sind einfach zu verarbeiten, verzeihen Anfängerfehler, sind aber weniger widerstandsfähig gegen Benzin, Lösemittel und UV-Strahlung. Ideal für Innenverkleidungen, Rahmen, kleine Punktreparaturen.
2K-Lacke härten durch eine chemische Reaktion mit einem Härter. Das Ergebnis: ein extrem widerstandsfähiger, lösemittelfester und UV-stabiler Lack. Für Außenlackierungen am Fahrzeug gibt es in der Praxis keine Alternative. Verarbeitung: im angemischten Zustand sofort verarbeiten, Topfzeit meist 2–4 Stunden.
Profi-Tipp aus der Werkstatt
Niemals 2K-Lack ohne Härter einlagern oder „testweise" spritzen. Der Lack steht sonst ewig feucht auf der Oberfläche und lässt sich nur mit Aufwand wieder entfernen.
Basislack + Klarlack: das 2-Schicht-System
Moderne Fahrzeuglackierungen sind fast immer im 2-Schicht-Aufbau lackiert: ein dünner, farbgebender Basislack und darüber ein dickerer, glänzender 2K-Klarlack. Der Klarlack übernimmt den mechanischen Schutz, den Glanz und die UV-Stabilität.
- Basislack: 2–3 Spritzgänge, zwischen den Gängen ablüften lassen (Finger-Test)
- Klarlack: 2 satte, gleichmäßige Gänge — nicht zu viel Material auf einmal
- Temperatur beachten: < 18 °C und > 28 °C sind kritisch
Der häufigste Fehler
Zu viel Material, zu schneller Abstand, zu kalte Werkstatt. Alle drei Fehler führen zum gleichen Ergebnis: Läufer. Wer beim ersten Mal keine hat, hat mehr Material verteilt als gespritzt. Geduld und Abstand (ca. 15–20 cm) sind wichtiger als Geschwindigkeit.